Landesprogramm

"Medienkompetenz macht Schule"

 

Dolgesheim                                                        21.11.2016


Dolgesheimer Grundschule nimmt an Medienkompetenz-Projekt teil


Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeigte sich begeistert davon, was sich mit den Robotik-Sets von Lego-Education alles machen lässt. Die Dolgesheimer Grundschüler (v.l.) Johannes Hill, Silas Tills und Jakob Beutel erklärten ihr es genau.  Foto: Friderichs/Pädagogisches Landesinstitut RLP
Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeigte sich begeistert davon, was sich mit den Robotik-Sets von Lego-Education alles machen lässt. Die Dolgesheimer Grundschüler (v.l.) Johannes Hill, Silas Tills und Jakob Beutel erklärten ihr es genau. Foto: Friderichs/Pädagogisches Landesinstitut RLP

Von Pascal Widder


DOLGESHEIM

„Die grüne Tafel ist nach wie vor wichtig.“ Das betont die Leiterin der Grundschule am Gartenfeld in Dolgesheim, Barbara Neßler. Und trotzdem haben Neßler und ihr Kollegium die Zeichen der Zeit erkannt – der digitale Wandel ist längst im Gange. Selbst für die Schüler der Grundschule gehören Smartphone, Tablet und Co. selbstverständlich zum Alltag dazu.
Eine von zwölf Pilot-Grundschulen

  • PROJEKT AN DER IGS OPPENHEIM

Auch die IGS Oppenheim nimmt seit diesem Jahr am Projekt „Medienkompetenz macht Schule“ teil.

Die Schule wurde daher mit 32 iPads ausgestattet. Außerdem sollen weitere Klassenräume mit sogenannten Interaktion-Whiteboards ausgestattet werden.

„Durch die Verknüpfung der iPads mit den interaktiven Beamern können wir eine zeitgemäße Unterrichtsgestaltung anbieten. Außerdem möchten wir durch das Arbeiten mit den iPads die Kommunikationsstruktur unserer Teams vereinfachen. Das gelingt vor allem, wenn zukünftig ein digitales Klassenbuch zum Einsatz kommen wird“, sagt Patricia Denzer, die projektverantwortliche Lehrerin an der IGS Oppenheim.




Malu Dreyer

„Unser Ziel ist es, dass an jeder Schule und in jedem Unterricht digitales Lehren und Lernen zum Teil des schulischen Alltags wird. Daher werden wir nun verstärkt die Grundschulen auf dem Weg in die digitale Welt begleiten“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim Projektstart an der Dolgesheimer Grundschule am Gartenfeld.

Für Dreyer ist klar: „Auch vor der Welt der Kinder und dem Leben von Schülern und Schülerinnen in der Grundschule macht der digitale Wandel nicht halt.“

Um die sich bietenden digitalen Möglichkeiten verstärkt im Unterricht einzusetzen, wurde die Dolgesheimer Schule nun als eine von zwölf Pilot-Grundschulen ausgewählt, um am Projekt „Medienkompetenz macht Schule“ des pädagogischen Landesinstituts teilzunehmen. Das Ziel des auf zwei Jahre ausgerichteten Projekts: Den Unterricht verbessern und das digitale Lehren und Lernen als Teil des schulischen Alltags zu integrieren.
Noch werden die 13 zum Projektstart erhaltenen iPads hauptsächlich genutzt, um mit dem Robotikset Lego Wedo 2.0 zu arbeiten. Das Set aus der Bildungssparte von Lego bietet über eine App digitale Bauanleitungen, mit deren Hilfe Schüler aus Legobausteinen, darunter eine Reihe elektronischer Komponenten, kleine Roboter bauen und diese programmieren können. Die zum Projektstart an die Dolgesheimer Grundschule gekommene Ministerpräsidentin Malu Dreyer jedenfalls war begeistert, als die Schüler ihr die sich bietenden Möglichkeiten zeigten.
Doch Schulleiterin Barbara Neßler kann sich in der Zukunft noch ganz andere Verwendungen vorstellen. Ob zur Recherche, als Mittel der Kommunikation oder um Fotos und Kurzfilme zu erstellen – die Möglichkeiten seien vielfältig. „Ein Sportlehrer zum Beispiel könnte Schüler bei einer Übung filmen, um ihnen anschließend am iPad zu zeigen, was sie besser machen können“, hat die Schulleiterin schon sehr konkrete Vorstellungen. „Auch um den asylbegehrenden Schülern Deutsch zu lehren, sind die iPads sicher gut geeignet.“
Um all dies in naher Zukunft umzusetzen, ist es wichtig, dass die Lehrkräfte entsprechend fortgebildet werden. „Manche unserer Lehrer sind ohnehin sehr digitalaffin. Andere wiederum sind skeptischer, beziehungsweise haben noch nicht so viele Erfahrungen damit“, weiß Neßler. Sie hofft, dass diese zum einen durch die Fortbildungen, zum anderen aber auch durch den erfolgreichen Einsatz anderer Kollegen motiviert werden, sich auf die technischen Möglichkeiten einzulassen. Zudem soll die projektverantwortliche Lehrerin Jasmin Höckele regelmäßige Netzwerktreffen besuchen, um einen Austausch mit den anderen elf Pilot-Grundschulen zu gewährleisten.

Kritische Stimmen vonseiten der Eltern

Trotz all der Möglichkeiten weiß Schulleiterin Neßler, dass wahrlich nicht jeder den Einsatz der digitalen Technik an der Dolgesheimer Grundschule befürwortet. Vor allem vonseiten mancher Eltern habe sie bereits kritische Stimmen vernommen. „Die fragen dann, ob man so etwas wirklich braucht oder ob man mit dem Geld nicht etwas anderes machen könne“, berichtet Neßler. Doch für sie ist klar: „Wenn wir uns als Schule darauf nicht einlassen, verschließen wir uns einem Bereich, der längst die Lebenswirklichkeit der Kinder widerspiegelt. Nur so machen wir die Schule zukunftsfähig.“

All das bedeute aber keinesfalls, dass andere, analoge Bereiche zukünftig vernachlässigt oder abgeschafft werden sollen, betont die Schulleiterin. „Wenn die digitalen Anwendungen unsere musikalische Erziehung oder den Sportunterricht verdrängen würden, dann würden wir das Ganze definitiv nicht machen.“

 

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